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04.12.2004
 

Die 3. Woche ist um - und endlich ist wieder Wochenende! Es gibt Neuigkeiten von der Busfront ;-)

Nachdem ich nun endlich die Busfahrpläne verstanden habe (im Gegensatz zu 90 % der Dubliner...) - kann ich gleich einen neuen Rekord vermelden! Zuerst mal zu den Fahrplänen: An den Haltestellen hängt ein Zeitplan ganz wie zu Hause - allerdings hängt hier überall der gleiche Plan... Er gibt die Abfahrtzeit des Busses an der jeweiligen Starthaltestelle an - und der Rest (=wann der Bus nun tatsächlich kommt) hängt vom Verkehr ab... Bei mir geht es halbwegs, da ich etwa 5 Busminuten von der Starthaltestelle wohne und auch in Dublin immer bei der 3. oder 4. Haltestelle einsteige... Da kann ich eigentlich ganz gut immer einschätzen wann der Bus nun kommt, also wenn er denn kommt.

Freitag Abend hat sich die Dubliner Busgesellschaft nämlich wieder alle Mühe gegeben einem den Abend zu vermiesen - ich stand da so etwa 60 Minuten in leichtem Nieselregen und habe gewartet, dass sich ein Busfahrer erbarmt, mal dort vorbeizuschauen (4 haben's nicht gemacht, der 5. kam dann...)

Um sich das Bussystem (und den Fahrstil) hier etwas besser vorstellen zu können das folgende: Als ich hier mit dem Flugzeug gelandet bin, hat keine Sau geklatscht (sehr angenehm!) Wenn die Iren allerdings aus dem Bus aussteigen ist ein lautes "Danke schön" das allermindeste was dem Busfahrer angeboten wird (Ein- und Ausstieg ist nur beim Fahrer möglich) - viele bedanken sich ausführlicher und fallen fast vor Ehrfurcht auf die Knie, wenn die Tür mal zwischen 2 Stationen (z. B. an einer roten Ampel, dabei sind die Stationen nur etwa 500 m auseinander...) geöffnet wird. Das ist wahrscheinlich die Erleichterung, tatsächlich dort angekommen zu sein wo man hin wollte und endlich wieder auf eigenen, festen Füßen zu stehen... - oder die Angst, dass der Busfahrer beim nächsten mal lieber erst gar nicht fährt ;-)

Dann zu zwei anderen "Vorurteilen" für Interessierte: Ich habe noch keinen "Akkordeonspieler" in Irland gesehen - wenn dann wird maximal ein kleines Bandoneon gequetscht... Außerdem habe ich schon den ein oder anderen Pub besichtigt (aus rein journalistischer Neugier!) - und in nicht einem Pub stand ein Billardtisch (o. ä.). Allerdings lässt das in den meisten Pub's die Raumgröße auch gar nicht zu, da die alle eher eng und stets gut besucht sind!

Ich war dann gestern übrigens in einem Pub, wo ein Mann in der Ecke stand (der mit den roten Augen! der mit Mikro war nur der Ansager...) und etwa 3 Stunden am Stück gesungen hat - dabei war dann wirklich alles was man sich musikalisch so wünschen könnte... - sehr schön ;-) Unter anderem auch ein irisches Stück, was sehr sehr lustig klang - jedenfalls für mich... Ausser dass es um eine "Mary" ging, weiß ich nämlich davon gar nix (und nichtmal dessen bin ich mir sicher)! Ich werde mal versuchen, ob das irgendjemand kennt und mir sagt, von wem das ist. Um es kurz zu machen - ich glaube ich könnte 5 Jahre hier sein und würde es nicht verstehen, der hat so extrem schnell gesungen mit so vielen Wörtern in kürzester Zeit, das war unglaublich - und das auch für die meisten Iren (so wie die danach ausgerastet sind)...